Sarah-Louisa Rohrer
ist Miss Universe Switzerland Kandidatin.
Der St.Galler Kameramann und Produzent, Sebastian Klinger, vor dem Filmplakat von "Sew Torn" bei Kino Scala.
Am Freitag, 12. September, feiert der Film «Sew Torn – Fäden des Verbrechens» in St.Gallen Kinopremiere. Massgeblich beteiligt an der Produktion, die in Bad Ragaz und Vättis gedreht wurde, ist der St.Galler Filmschaffende Sebastian Klinger.
Kino Eine junge Näherin aus Vättis stösst auf einen Unfall. Zumindest scheint es zunächst so. Zwei gestürzte Motorradfahrer, zwei Pistolen, Drogen und ein Koffer voller Geld deuten jedoch rasch darauf hin, dass es sich um einen missglückten Drogendeal handelt. Barbara – die junge Protagonistin – steht vor einer schwierigen Entscheidung: Soll sie das Geld einfach nehmen und verschwinden? Die Polizei rufen? Oder alles ignorieren und weitergehen? Der Film «Sew Torn» erzählt nicht nur eine, sondern gleich drei Antworten auf diese Frage. Die Geschichte ist ein spannendes Gedankenexperiment, das erkundet, wie sich eine finanziell angeschlagene Person in einer solchen Situation verhalten könnte. Anstatt nur eine Handlung zu verfolgen, zeigt der 24-jährige Drehbuchautor und Regisseur Freddy Macdonald die Konsequenzen dreier Entscheidungen in drei parallel verlaufenden Geschichtssträngen – absurd, packend und tiefgründig zugleich.
«Sew Torn – Fäden des Verbrechens» ist ein Schweizer Film mit Ursprungszeugnis des Bundesamts für Kultur (BAK) und gleichzeitig eine US-schweizerische Koproduktion zwischen der Luzerner Produktionsfirma ORISONO GmbH und der in Los Angeles ansässigen Sew Torn LLC. Von Beginn an involviert war der St.Galler Kameramann und Produzent Sebastian Klinger (31), der bereits beim gleichnamigen Kurzfilm aus dem Jahr 2019 mitwirkte. Schon damals wurde im Taminatal gedreht – und schon damals übernahm Klinger die Kameraarbeit. «Die Chemie zwischen Freddy und mir stimmte von Anfang an. Deshalb haben wir seither oft zusammengearbeitet. Als er den Kurzfilm zu einem Spielfilm ausbauen wollte, kam er erneut auf mich zu», erzählt Klinger. Während Macdonald 2021 gemeinsam mit seinem Vater Fred in Los Angeles am Drehbuch arbeitete, unterstützte Klinger das Projekt aus der Schweiz: «Ich fuhr nach Bad Ragaz und Vättis und fotografierte mögliche Drehorte, damit sie sich auch aus der Ferne ein gutes Bild machen konnten.» Seine Mitwirkung ging weit über die Kameraarbeit hinaus: Klinger sicherte Förderbeiträge vom Kanton St.Gallen und übernahm deshalb auch eine Produzentenrolle.
Obwohl der Film für ein internationales Publikum produziert wurde – gesprochen wird Englisch, die meisten Darstellenden stammen aus dem Ausland – war der Drehort Schweiz für den Regisseur unverzichtbar. «Ich habe es schon immer geliebt, in der Schweiz zu drehen – seit meiner Schulzeit an der Zürich International School. Meine Mutter hat Schweizer Wurzeln, ich bin hier aufgewachsen. Als es darum ging, den Kurzfilm zu einem Spielfilm auszubauen, wusste ich, dass ich zurückkommen musste», so Macdonald. Nicht nur die Landschaft überzeugte – auch die Bevölkerung stand begeistert hinter dem Projekt. So liefen beim Fasnachtsumzug 2022 in Bad Ragaz einige Fasnächtler verkleidet als Filmcharaktere mit. «Die Menschen waren unglaublich gastfreundlich», erzählt Macdonald. «Sie erlaubten uns, eine Hauptstrasse zu sperren, öffneten ihre Häuser für Dreharbeiten und brachten uns Essen und Getränke. Diese Grosszügigkeit hat das Filmen dort zu einer grossen Ehre gemacht.»
Eine der anspruchsvollsten Szenen sei laut Klinger eine Explosion gewesen – genauer: die Sprengung eines Schaufensters. Für die Aufnahme positionierte er sich mit seiner Kamera hinter einem eigens für diese Szene angefertigten Glaskasten. Die Herausforderung: Die Strasse vor dem Laden wird alle 15 Minuten von einem Postauto befahren. «Wir hatten nur einen Versuch. Sobald das Postauto vorbei war, mussten wir sofort drehen. Zwar hatten wir zur Sicherheit weitere Kameras, aber keine hatte einen so guten Blick auf die Explosion wie meine. Zum Glück hat alles geklappt.» Für Klinger war es nicht der erste Spielfilm, aber sein bislang grösstes Kinoprojekt – und das mit viel Verantwortung: «Ich war auch für den Drehplan zuständig und stand oft in Kontakt mit der lokalen Bevölkerung, da ich einer der wenigen war, die Deutsch sprachen. So viel Verantwortung zu übernehmen, war bereichernd – ich konnte enorm viel lernen.»
Diese Woche startet «Sew Torn» in den Schweizer Kinos. Die allererste öffentliche Vorführung findet am Mittwoch, 10. September, im Kiwi Kino Castels Sargans statt. Am Freitag, 12. September, folgt um 20 Uhr eine Spezialpremiere im Kino Scala in St.Gallen – mit Anwesenheit von Regisseur Freddy Macdonald und Kameramann/Produzent Sebastian Klinger.
Wir verlosen 2x2 Tickets für die Kinopremiere von «Sew Torn – Fäden des Verbrechens» vom 12. September im Scala St.Gallen. Schreiben Sie uns eine E-Mail mit dem Betreff «Sew Torn» an und gewinnen sie mit etwas Glück zwei Tickets.
Selim Jung
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