Sarah-Louisa Rohrer
ist Miss Universe Switzerland Kandidatin.
Abfallkübel
Ein Buschauffeur der Regiobus meldet, dass er immer wieder Fahrgäste beobachtet, die vor dem Einsteigen in den Bus ihren Kehricht in Mülleimern bei den Haltestellen entsorgen. Der Unterhaltsdienst der Stadt Gossau bestätigt eine Littering-Zunahme. Das Strasseninspektorat der Stadt St.Gallen stellt dagegen keine Auffälligkeiten fest.
Abfallentsorgung «Als Buschauffeur bei der Regiobus AG bin ich täglich voll im Alltag unterwegs und sehe und erlebe viel ‘Gfreuts’, aber eben auch Negatives», beginnt der Buschauffeur, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Zum Negativen gehört, dass Personen ihren persönlichen Abfall kostenlos in öffentlichen Mülleimern entsorgen. Der Chauffeur erzählt von einem Fall am Gossauer Bahnhofplatz: «Kurz nach 5 Uhr morgens beobachtete ich eine Person aus einem offensichtlich fremden Kulturkreis, welche eine volle Tragtasche mit leeren Getränkedosen und sonstigem Abfall in einem Abfalleimer an der Bushaltestelle entsorgte. Vielleicht tue ich dieser Person Unrecht, wenn ich annehme, dass diese Abfallentsorgung öfter so praktiziert wird.» Doch er habe solche Beobachtungen schon öfters gemacht – «auch unterwegs an anderen Haltestellen». Vor dem Einsteigen in den Bus werde jeweils noch rasch ein Sack mit mitgebrachtem Abfall in den Abfalleimer gestopft. Dabei sind öffentliche Abfallkübel nur für kleine, unterwegs anfallende Abfälle gedacht. Die Entsorgung von Hausmüll ist verboten.
Die Stadt Gossau erklärt auf die Frage, ob eine Häufung von solchen Fällen bei Abfalleimern an Bushaltestellen zu beobachten ist, es sei eine generelle Zunahme festzustellen: «Es ist ein Thema mit zunehmender Tendenz, nicht nur bei den Abfalleimern an Bushaltestellen, sondern auch bei anderen Abfalleimern oder in Parkanlagen und an Strassenrändern.» Im Gossauer Unterhaltungsdienst als wachsendes Problem bezeichnet wird, sieht das Strasseninspektorat der Stadt St.Gallen die Entsorgung von Hauskehricht in Abfallkübeln als wenig problematisch: «Der Anteil an Hauskehricht in den Abfallkübel wird als eher gering erachtet. Dem Strasseninspektorat sind derzeit keine Auffälligkeiten bekannt», schreibt es auf Anfrage. Allerdings räumt es ein, dass keine Zahlen zum Anteil von Hauskehricht in den Abfallkübeln ermittelt würden. Aufgrund der engen Öffnungen der Abfallkübel sei das Einwerfen grosser Mengen an Hauskehricht aber gar nicht möglich.
In den Bussen selbst stellt die Regiobus AG keine Verschlechterung bezüglich Littering fest. «Mir liegt keine Meldung vor, dass wir betrieblich hier ein Problem hätten», erklärt Geschäftsführer Bruno Huber. Und führt aus: «Der entsprechende Fahrer würde sich besser an uns wenden, wann, wo und wie häufig er solche Praktiken feststellt. So könnten wir weitere Abklärungen über das ganze Netz tätigen und den Gemeinden als Haltestelleneigentümerinnen allfällige Hinweise geben.» Persönlich habe er keine Kenntnis von derartigen Praktiken.
Auf die Frage, ob Personen verzeigt werden, wenn sie bei der illegalen Entsorgung erwischt werden, teilt die Stadt Gossau mit: «Wenn der Unterhaltsdienst im Abfall Hinweise auf die Urheber findet, wird eine Anzeige gemacht. Das polizeiliche Verfahren führt zu einer Busse. Das Tiefbauamt stellt zudem Rechnung für die Aufwände.» Das Strasseninspektorat St.Gallen weist dagegen darauf hin, dass es schwierig sei zu unterscheiden, ob jemand Hauskehricht oder «Unterwegsabfall» entsorge. Schwierig sei es auch, jemanden auf frischer Tat zu ertappen. Doch bei Auffälligkeiten werde zusammen mit dem Abfallcontroller von Entsorgung St.Gallen der entsprechende Inhalt eines Abfallkübels untersucht, um allfällige Massnahmen zu ergreifen.
Zur Frage nach der Aufklärung der Bevölkerung über die richtige Abfallentsorgung, insbesondere auch von Neuzugezogenen aus dem Ausland, stellt die Stadt Gossau fest, dass die illegale Abfallentsorgung kein Ausländer-Thema sei: «In den Begrüssungs- und Informationsgesprächen und in den Infobroschüren der Fachstelle Integration wird sie jedoch thematisiert.» Entsorgung St.Gallen erläutert jeweils beim Apéro für Neuzuzügerinnen und -züger die Entsorgungspraktiken in der Stadt St.Gallen.
Von Tobias Baumann
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